Gut, weil aufwühlend tatsächlich: Dieser Film „Antisemitismus“ (und Antisemitismus)

„Die Verleumdung – Die Wahrheit über den Antisemitismus“
ein Film
(teilweise synchronisiert) eines Juden aus Israel

(nach 2/3): ich fühle mich ziemlich durchgeschüttelt – von diesen vielen Aspekten, Informationen, Menschen – die alle eigentlich nur „Gutes“ im Sinn zu haben scheinen, und doch so unterschiedliche Konsequenzen daraus ziehen. Tief erschreckt von scheinbar selbstverständlichen Mechanismen – weit um eigentlich noch selbstverständlichere Wahrheiten herum. Und hoch erfreut von der Klarheit und Aufrichtigkeit, Konsequenz – von denen, die sich aufrichtig auf Tatsächliches einlassen.
Bin recht gespannt, wie es weiter geht…

Alles wird so klar. Und dann doch wieder fast völlig verwischt. Das Ende ist .. wie Einatmen, das Entscheidende abzuwarten, das Wesentliche aufgeklärt, zusammengefasst zu bekommen .. aber .. The End, und dann ist der Film wirklich einfach zu Ende.
Und dennoch schwingen diese Wahrheiten nach. Und eine gewisse Gewissheit, wie sehr ausgewogen und in diesem Sinne journalistisch gearbeitet wurde an diesem Film; nicht nur formal verschiedene Aspekte berücksichtigend, auch emotional: Finkelstein wird in seiner ganz persönlichen, durchaus auch abstoßenden Art gezeigt – genau wie das Hineinversetzen in den Gefühlszustand des ADL-Chefs Abe tief berührt und fast vor Glückseligkeit glucksen lässt, wenn er von seinem zweiten Marsch über die Straße in Ausschwitz erzählt. Das ist tatsächlich, inkludiert in Film und persönliche Aufklärung in mir drin. Teil dessen, wie ich die Situation ganzheitlich betrachten mag – und ich bin sehr dankbar, auch und gerade dafür!

Am Ende ist und bleibt aber klar, was tatsächlich .. ist.
Was getan wird.
Was gesehen und was ignoriert wird.
Verboten ist und erlaubt wird.
Losgeschickt und geerntet wird.
Behauptet wird und in echt aber gewusst wird.
Dogmatisch, indoktrinierend geradezu, verbohrt, gestrig, feindselig, druck- und machtvoll, engstirnig und kompromisslos,
oder eben einfach offen, ehrlich, transparent, konsequent, aufrichtig, gegenwärtig (!); gern auch liebevoll, und praxistauglich / zweckmäßig.

(genau: da stellt sich die Frage danach, was zweckmäßig ist! Was ist überhaupt „der Zweck“, den ich verfolge – und den verfolgt, wer zum Thema Stellung bezieht?
Dieser Film deutet manch Offensichtliche an, ohne es, gar abschließend, aufzuklären; viel liegt nahe. Denn: Können wir die Gedanken / Motivationen auch nicht sehen, so sehen wir doch, was dabei raus kommt. Und wenn etwas wieder und wieder getan wird – und jedes Mal dasselbe dabei raus kommt! – wissen wir zumindest, wofür es gut ist, dass etwas so getan wurde; und dass der, der es tut, dies auch sehen kann, wenn auch nicht in Betracht ziehen muss. Auf irgendeiner Ebene wird ist der, oder zumindest ein, Zweck, dass genau dies dabei raus kommt! Ob dies nun Geldflüsse oder Machtentwicklungen sind, Kriege, Besatzung, Aggressionen, oder Gegenbewegungen, Klarheiten, Liebe zum Nächsten, selbst man ihn bzw. sie gar nicht kennt, einfach, weil er / sie da ist – und gfs. weil er / sie voll betroffen ist von dem, was im eigenen Namen für Schindluder betrieben wird..
Mir persönlich geht es aber eh nicht um die Zwecke, die Andere verfolgen – so aufrichtig oder widerlich sie auch sein mögen. Mir geht es um das, was tatsächlich warum passiert, jetzt, gerade eben noch, gleich – und was Möglichkeiten wären, durch anderes Tun andere Konsequenzen zu bewirken, bald, oder möglichst wenig später.. ;))

Und so viel scheint von nun an unübersehbar klar:
Manche der aufgezeigten Wege können niemals zu irgendetwas führen, was ich persönlich jemals für „richtig“, gut oder sonstwie wünschenswert halte – weder für mich persönlich, noch für irgendeinen Menschen sonst auf der Welt [selbst die, die einen Sack voll Geld / Anerkennung oder sonstwas mit etwas machen mögen, erscheinen mir nicht weniger als – klar: auf ganz anderer Ebene.. – arme Schweine, die vor sich selbst noch schneller fliehen als vor diesen .. „Wahrheiten“..;]], nicht für Israelis*, nicht für „Juden“**, selbstverständlich schon gar nicht gut für israelische Araber, Palestinenser, kritische Israelis, oder sonstwelche offen Dikursierenden. ;))

* Israelis – bzw. die, die damit normalerweise gemeint sind; israelische Staatsbürger ja auch nur, solange sie sich nicht disqualifizieren, durch ihr „israel-feindliches“ = frevlerisch Verhalten! sic: die Gründe erscheinen so ähnlich wie die Vorgehensweisen – frevlerisch gegenüber dem, was herrschaftlich gewünscht ist, qualifiziert zum nicht-mehr-als-Mensch-respektierungswürdig-Sein; wg. Zersetzungsgefahr des jeweils regierenden Volkes (deutsch / israelisch und/oder jüdisch). Die Umgangsformen sind ähnlich. Die Folgen auch: „Juden“ werden, zumindest in der Selbstwahrnehmung, überall gehasst – und gleichzeitig unterstützt von .. werimmer sich einen Vorteil verspricht davon. Ohne einen Vergleich ziehen zu wollen, sind dies doch zumindest Parallelen. Konsequenterweise. Und ob man diese nun aufzeigen darf oder sollte, mag meinetwegen eine andere Frage sein – auch wozu man diese aufzeigt! Aber tatsächlich, soviel möchte ich festhalten, sind diese genauso vorhanden und praktisch auch völlig unbestritten (!), wie viele andere Tatsächlichkeit in diesem Film. Oder?
** „Juden“.. hmm, war mir lange Zeit nicht sicher, ob und in welcher Form das alles mit Juden, Judentum, Torah, Religion/-sauslegung zu tun hat. Inzwischen bin ich mir vergleichsweise sicher; nicht nur, dass es keinerlei haltbare Rückbezüge zu egalwas mit Religion, Torah oder Gläubigkeit – oder gar Essenz aus den Worten Gottes u.ä. – gibt auf der einen Seite, auch, dass von offensichtlich tief (an wasauchimmer genau) glaubenden Juden, Rabbis sogar, sehr deutlich gemacht wird, wie unübertrefflich wenig all das mit Judentum oder Torah zu tun hat; wird doch die Essenz UND alles, was sonst noch richtig und wichtig und heilig ist dem/der, der/die sein/ihr Leben von der Torah leiten lässt, mit Füßen getreten und ins Gegenteil verkehrt! Vgl. dazu gern mal den mich aufrüttelnden Film: Jewish Rabbi Speaking the Truth“ (Facebook-Video) sowie ähnliche Aspekte, größtenteils auf deutsch: Die Wahrheit Juden sprechen über den Mißbrauch von Deutschland Palästina…  – Voll krass, oder?

Hui, mir fällt erstmals so klar auf, wie unübertrefflich rassistisch mir plötzlich all das erscheint – wie („rassen“mäßig!) abgegrenzt ADL und israelischer Staat funktionieren anscheinend. Dass, nur mit gegenteiligen Auswirkungen, auf perfide ähnliche Art und Weise sortiert wird, wer wert ist, und wer dessen nicht wert ist: Ausschließlich Ahnen, Herkunft, Blut, Stammbaum entscheiden unter Zuhilfenahme sich mir nicht erschließender Kriterien darüber, ob nun jemand „Jude“ ist, oder eben nicht! Egal, ob dies nun dafür zu wissen gut ist, um zu sehen, ob er Staatsbürgerrechte dadurch verdient, oder ob damals verschont wurde, wer genau diese Herkunft nicht zu haben nachweisen konnte.
Was wer tut, warum, wozu – alles völlig nebensächlich. Das allein Ausschlaggebende: Bin ich einer „Rasse“ (oder wie nennt man dies in solch Zusammenhang?) zugehörig oder nicht?
Ehrlich gesagt ist schon die Vorstellung ekelerregend für mich. Dass dies zum alleinigen Identitätsprinzip wird – und gar (besonders in diesen Tagen nochmal deutlich zugespitzter!) zum weltweit anerkannten Staatsprinzip! -, das zieht mir echt die Schuhe aus. Aber OK, jeder wie er will und kann – und übrigens auch jede wie sie will und kann.

Dennoch, für mich bleibt’s dabei: Die Wahrheit liegt auf dem Platz!
Oder, weniger herbergerisch: Es kommt drauf an, was man (draus) macht. Und zwar in echt; nicht, wie es geplant war. Tatsächlich; und nicht, wie man es lieber (gemacht) hätte. Aufrichtig; nicht das, was man erfolgreich behaupten kann, oder dessen Gegenteil niemals zu beweisen sein wird.

Oder mit Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!
Und um die Konsequenzen ins Spiel zu bringen: what goes around comes around. – Segen oder Fluch, das liegt / läge dann eben allein in unserer eigenen Verantwortung, erschreckend und sau-erleichternd kann das sein, finde ich.. ;))

Abschließend zum Film:
Anti-Semitismus im eigentlichen Sinne (auch die formale Definition wird im Film gegeben) spielt offensichtlich genau wenig eine Rolle, wie es umso mehr behauptet wird. Und ich bin sehr froh, dass dies scheinbar auch immer weniger übersehen wird; kommt ein bisschen drauf an, was sich jetzt noch alles nicht geschämt wird, dagegen zu tun. Oder: Zugelassen wird – auch von mir und Dir -, dass getan wird.
Right?

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